Was ist ein Knacker?
Als Knacker, auch Knackwurst genannt, bezeichnet man eine im Kranz geformte Brühwurst, die portioniert, abgebunden oder zu etwa 120 bis 150 Gramm schweren Würsten abgeclippt wird. Sie wird aus fein emulgiertem Brät hergestellt und zählt zur Familie der Brühwürste. Laut Österreichischem Lebensmittelbuch ist die Knackwurst der Brätwurst Sorte 2 zugeordnet.
Der Name leitet sich vom charakteristischen knackenden Geräusch ab, das beim Biss entsteht und als Qualitätsmerkmal gilt.
Zutaten, Herstellung und typischer Biss
Die Bezeichnung Knacker verdankt die Wurst ihrer besonderen Textur. Voraussetzung für den gewünschten Biss ist ein korrekt zerkleinertes und fein emulgiertes Brät, das zugleich fest und leicht flaumig sein muss. Fehler beim Kuttern oder Emulgieren wirken sich unmittelbar auf Struktur und Mundgefühl aus.
Diese Zusammensetzung ist entscheidend für Saftigkeit, Stabilität und den typischen knackigen Biss. Nach dem Abfüllen wird die Wurst geräuchert und gebrüht, wodurch sie ihre endgültige Konsistenz erhält.
Die Knacker Zutaten bestehen aus:
49 Teile Rind- und/oder Schweinefleisch der Qualitätsstufe II
18 Teile Speck der Qualitätsstufe II
33 Teile Wasser oder Eis
Auf 100 Teile Wurstmasse können optional einer 2 Teile Kartoffelstärke zugegeben werden.
Knacker
Nährwerte pro 100 g
Kilojoule (kJ) | Kilokalorien (kcal) | Fett (g) | Eiweiß (g) | Kohlenhydrate (g) |
|---|---|---|---|---|
1113 | 266 | 25,2 | 11 | 0,8 |
Regionale Varianten und Bezeichnungen
Aufgrund ihrer großen Verbreitung und Erschwinglichkeit erhielt die Knacker im Laufe der Zeit mehrere scherzhaftte Bezeichnungen. Dazu zählen Namen wie „Eisenbahnerforelle“ oder „Beamtenforelle“. Im alten Wien war die Wurst zudem unter der Bezeichnung „Safaladi“ bekannt, die sich von der Cervelatwurst ableitet. Der Ursprung dieses Namens liegt vermutlich in einer aus Lyon stammenden Brühwurst-Rezeptur ohne sichtbare Einlage.
Auch regional existieren Varianten der Knacker. In Vorarlberg ist unter der Bezeichnung Schübling eine ähnliche Wurst verbreitet, die ohne Zusatz von Kartoffelstärke hergestellt wird. In Salzburg findet sich mit der sogenannten Speckwurst eine Spielart, die äußerlich einer Knacker gleicht, jedoch einen Teil des Specks in Würfelform eingelagert hat.
Knacker
Knacker zubereiten: kochen, braten und klassische Gerichte
Die Knacker, auch als Knackwurst bekannt, ist eine Brühwurst, die sich vielseitig in der Küche einsetzen lässt. Sie kann sowohl kalt als Brotbelag oder Snack gegessen werden als auch warm zubereitet in Suppen, Eintöpfen oder Pfannengerichten.
Knacker kochen
Knacker werden im heißen, nicht sprudelnden Wasser kurz erhitzt. So bleibt die Wurst saftig, die Haut intakt und die typische knackige Konsistenz erhalten. Ein zu starkes Kochen kann die Haut aufplatzen lassen und Aroma verlieren.
Knacker braten
Zum Braten eignen sich Pfannen und mittlere Hitze. Die Wurst wird dabei gleichmäßig gewendet, damit sie außen leicht gebräunt wird, aber das Innere saftig bleibt.
Knacker schälen
Je nach Gericht oder persönlicher Vorliebe kann die Knacker vor dem Servieren geschält werden. Für Eintöpfe oder Pfannengerichte wird sie meist ungeschält zubereitet, während beim direkten Verzehr als Jause das Entfernen der Haut manche bevorzugen.
Gerichte und Verwendung der Knackwurst
Klassische Jause
Bei der traditionellen kalten Jause werden Knacker einfach in Scheiben geschnitten und zusammen mit frischem Brot, würzigem Senf und frisch geriebenem Kren serviert. Diese Kombination bringt den kräftigen, rauchigen Geschmack der Knacker voll zur Geltung und eignet sich perfekt als herzhafter Imbiss.
Eintopf mit Knacker
Ein herzhafter Eintopf mit Knacker kombiniert Knacker‑Scheiben oder Würfel mit Gemüse wie Kartoffeln, Karotten und Lauch in einer kräftigen Brühe. Die Knacker werden meist vorab kurz angebraten, dann zusammen mit Gemüse und Brühe einige Minuten gekocht, bis alles weich ist. Durch die Wurst wird der Eintopf besonders aromatisch und sättigend.
Knacker als Pfannengericht
Für ein einfaches Pfannengericht werden die Knacker geschält, halbiert und braunknusprig angebraten. Als Beilage wird Gemüse, Reis oder Bratkartoffeln empfohlen. Ein knackiger Salat rundet das Gericht optimal ab.
Schüblingsalat
Ein Schüblingsalat ist ein klassischer Wurstsalat aus dünn geschnittener Knacker, kombiniert mit Zwiebeln, Essiggurken und optional Käse. Dabei wird die Wurst in feine Streifen geschnitten und mit einer Mischung aus Essig und Öl mariniert. Dieser herzhafte Salat wird kalt konsumiert.
Fazit: Das macht die Knacker aus
Die Knacker ist eine klassische Brühwurst mit klar definierter Herstellung und charakteristischem Biss. Seine einfache Rezeptur, die vielseitige Zubereitung und die regionalen Varianten machen die Knackwurst zu einem festen Bestandteil der traditionellen Wurstkultur. Trotz regionaler Unterschiede und verschiedenen Bezeichnungen ist die Knacker ein herzhafter und unverwechselbarer Wurstklassiker.



