Entwicklungen und Trends
Zwischen einzelnen Ländern und Weltregionen bestehen deutliche Unterschiede. Während der Fleischkonsum in vielen wohlhabenden Staaten seit Jahren auf hohem Niveau liegt und teilweise wieder zurück geht, steigt er in zahlreichen Schwellenländern weiter an.
In Österreich bleibt Fleisch ein zentraler Bestandteil der Ernährung. Gleichzeitig verändern sich Konsumgewohnheiten, Produktwahl und internationale Märkte. Während in Österreich vor allem Schweinefleisch weiterhin dominiert, gewinnt Geflügel an Bedeutung. Auch bei verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurst, Schinken oder Faschiertem zeigen aktuelle Marktdaten eine anhaltend hohe Nachfrage.
Österreich im internationalen Kontext
Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 58 kg lag der Fleischkonsum in Österreich laut RollAMA 2025 auf einem im internationalen Vergleich moderaten Niveau. In Deutschland werden pro Kopf fast 60 kg konsumiert, in den USA sogar mehr als 100 kg pro Jahr. Grundlage dieser Werte ist jeweils ausschließlich der tatsächliche menschliche Verzehr – nicht enthalten sind also nicht essbare Teile wie Knochen oder Fett sowie Nicht-Lebensmittelverwendungen wie etwa Tierfutter.
Aufteilung nach Produktkategorien der in Österreich verzehrten Mengen pro Jahr (RollAMA 2025):
- Rind und Kalbfleisch: 9,9 kg / Kopf
- Schweinefleisch: 32,6 kg / Kopf
- Geflügel: 13,8 kg / Kopf
- Schaf und Ziege: 0,7 kg / Kopf
- Innereien: 0,4 kg / Kopf
- Sonstiges: 0,6 kg / Kopf
Im Durchschnitt kommen die Industrieländer auf einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 68,6 kg, während für sich entwickelnde Länder ein Wert von 26,6 kg ausgewiesen wird. Die zugrunde liegende Abgrenzung folgt der bis heute üblichen FAO-Systematik: Zu den Industrieländern zählen Kanada, die USA, Europa, die GUS, Japan, Israel, Südafrika, Australien und Neuseeland, alle übrigen Staaten werden den sich entwickelnden Ländern zugeordnet.
Weltweite Entwicklung
International wird der Fleischmarkt vor allem von drei großen Kategorien geprägt: Schweinefleisch, Geflügel und Rindfleisch. In vielen Ländern verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in Richtung Geflügel. Gründe dafür sind unter anderem der Preis, die einfache Zubereitung und die breite kulinarische Einsetzbarkeit.
Auch die internationalen Agrarausblicke gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Das Wachstum des weltweiten Fleischkonsums dürfte in den kommenden Jahren weniger stark ausfallen als in früheren Jahrzehnten. Gleichzeitig bleibt Geflügel jene Fleischart, die international die höchsten Zuwächse erwarten lässt.
Fleischverbrauch weltweit
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Pro-Kopf-Fleischverbrauch ausgewählter Länder im Jahr 2023. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist eine statistische Kennzahl, die auf dem gesamten Schlachtgewicht basiert und unter anderem Knochen, Fettanteile sowie Verluste entlang der Verarbeitungskette einschließt.
Zudem sind die ausgewiesenen Werte nicht um Abfälle auf Haushalts- oder Verbrauchsebene bereinigt. Die Zahlen bilden daher nicht exakt die tatsächlich verzehrte Fleischmenge pro Person ab, sondern die rechnerisch verfügbare Menge.
Verbrauch 2023
Land | pro Kopf / Jahr [in kg] |
|---|---|
USA | 122,06 |
Australien | 116,78 |
Argentinien | 114,95 |
Spanien | 100,79 |
Kanada | 94,79 |
Frankreich | 80,31 |
Ungarn | 76,33 |
Österreich | 73,71 |
Marokko | 32,79 |
Senegal | 20,01 |
Bangladesch | 4,49 |
Quelle: FAO 2025
Verbrauchsänderung Österreich
1975 | 1985 | 1995 | 2005 | 2015 | 2023 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
Österreich | 84,36 | 95,18 | 95,05 | 94,23 | 88,59 | 73,71 |
Fleischverbrauch Pro-Kopf in kg - statische Kennzahlen basieren auf das gesamte Schlachtgewicht
Quelle: FAO 2025
Verarbeitete Fleischprodukte
Eine wichtige Rolle im österreichischen Fleischmarkt spielen verarbeitete Produkte wie Wurst, Schinken und andere Fleischwaren. Die aktuellen RollAMA Daten von 2025 zeigen, dass Wurst und Schinken weiterhin fest im Einkaufsalltag verankert sind. Im Jahr 2024 kauften 97 Prozent der österreichischen Haushalte entsprechende Produkte. Im Durchschnitt wurden 27,3 Kilogramm Wurst und Schinken pro Haushalt und Jahr im Lebensmitteleinzelhandel für den Haushaltsbedarf eingekauft.
Bio Verbrauch in Österreich
Bio-Produkte sind im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel stark verankert. Laut aktuellen RollAMA-Daten stiegen die Bio-Anteile im ersten Halbjahr 2025 wertmäßig um 8,4 %, auch mengenmäßig zeigte sich ein Aufwärtstrend.
Besonders stark ist Bio bei Grundnahrungsmitteln gefragt: Überdurchschnittliche Bio-Anteile verzeichnen vor allem Frischmilch mit 35 %, Naturjoghurt mit mehr als 23 %, Wurzelgemüse mit über 40 % sowie Eier mit 18 %. Auch im Fleischbereich gibt es Bewegung: Bei Rind- und Kalbfleisch stieg der Bio-Anteil von 8 auf 12 %, während Schweinefleisch mit rund 2 bis 3 % weiterhin auf niedrigem Niveau liegt.

Quellen: AMA Marketing und RollAMA, Fleischatlas 2021, OECD-FAO Meat



