Suppeneinlagen: Vielfalt aus der österreichischen Küche

Die Vielfalt an wohlschmeckenden Suppeneinlagen kennt in Österreich keine Grenzen. Ob Einlagen für klare Brühen wie Frittaten, Grießnockerl und Eierstich oder für cremige Suppen wie Croûtons oder Gemüsewürfel.

Suppeneinlagen: Vielfalt aus der österreichischen Küche

Suppeneinlagen machen aus jeder Suppe etwas Besonderes und zeigen die ganze Vielfalt der österreichischen Küche. Ob für klare Suppen oder cremige Varianten – die Auswahl an Ideen und Rezepten ist groß und reicht von klassischen Einlagen bis hin zu modernen Kreationen. Im Folgenden finden Sie inspirierende Möglichkeiten, wie Suppen mit den passenden Einlagen noch abwechslungsreicher und wohlschmeckender werden.

Arten von Suppeneinlagen

Einerseits wird zwischen gebackenen, gekochten und pochierten Einlagen unterschieden. Andererseits verwendet man je nach Farbe der Suppe helle oder dunkle Einlagen.


Grundsätzlich gibt es in der österreichischen Küche folgende Arten von Suppeneinlagen.

  • Gemüse
    • Kartoffel, Karotten, Lauch, Brokkoli, Sellerie, Pilze
  • Getreide
    • Hirse, Maisgrieß bzw. Polenta, Couscous
  • Back- & Teigwaren
    • Palatschinken (Frittaten), Schöberl, Pofesen, Backerbsen, Croutons
  • Knödel oder Nockerl
    • Leberknödel, Kaspressknödel, Speckknödel, Grießnockerl
  • Strudel
    • Fleischstrudel

Rindsuppe mit Gemüsestreifen

Welche Einlage eignet sich für welche Suppe?

Suppeneinlagen sind essbare Ergänzungen zu Suppen und Brühen, die Geschmack, Textur und Nährwert steigern. Je nach Art der Suppe passen unterschiedliche Einlagen besonders gut. In der klassischen Küche werden Einlagen sowohl aus Teigwaren als auch aus Fleisch, Gemüse oder Backwaren gefertigt.

  • Frittaten

    Frittaten sind dünne Palatschinkenstreifen, die traditionell in klare Brühen gegeben werden. Sie sind eine der bekanntesten Einlagen der österreichischen Küche und passen besonders gut zu kräftigen Rind- oder Gemüsebrühen, da sie die Flüssigkeit aufnehmen und gleichzeitig Struktur bieten.

  • Grießnockerl

    Grießnockerl sind leichte, oval geformte Klößchen aus Hartweizengrieß, Ei und Butter. Sie eignen sich hervorragend für klare Brühen wie Hühner-, Rind- oder Gemüsebrühe. Durch ihre fluffige Konsistenz machen sie auch eine einfache Suppe zu einer sättigenden Mahlzeit.

  • Schöberl (Eierschöberl / Backerbsen)

    Schöberl, auch als Eierschöberl (kleine Brandteig- oder Biskuitstücke) bekannt, werden gebacken und anschließend als knusprige Einlage in klare Suppen gegeben. Sie ergänzen leichte Brühen besonders gut.

  • Kaspressknödel & Leberknödel

    Herzhafte Knödel, etwa Kaspressknödel oder Leberknödel, passen vor allem zu kräftigen Brühen wie Rindssuppe oder Fleischbrühen. Sie liefern deutlich mehr Geschmack und sättigen stärker als einfache Teigeinlagen.

  • Eierstich

    Eierstich wird aus einer Eier-Milch-Masse zubereitet, die fest wird und anschließend in Würfel geschnitten wird. Diese zarten Würfel harmonieren gut mit klaren Brühen – ideal in klassischen Hühnersuppen.

  • Croûtons & Brot-Einlagen

    Knusprige Croûtons oder geröstete Brotwürfel eignen sich besonders für cremige Suppen (wie Tomaten- oder Kartoffelsuppe), da sie ein angenehmes Mundgefühl und aromatischen Biss hinzufügen.

  • Nudeln

    Kleine Suppennudeln werden häufig in klaren Brühen oder leichten Gemüsesuppen verwendet. Sie sorgen für zusätzliche Substanz und sind besonders als Familien- und Alltagssuppen beliebt.

Arten von klarer Suppe

Klare Suppen zeichnen sich durch eine durchsichtige, nicht gebundene Flüssigkeit aus. Sie werden in der klassischen Küche meist auf Basis von Wasser, Knochen, Fleisch, Fisch oder Gemüse zubereitet und dienen häufig als Vorspeise oder Grundlage weiterer Gerichte.


Welche Arten von klaren Suppen gibt es:

  • Rindsbrühe – Kräftig und aromatisch, klassisch mit Frittaten oder Knödeln
  • Hühnerbrühe – Mild und bekömmlich, oft mit Nudeln oder Eierstich
  • Gemüsebrühe – Leicht und vegetarisch, vielseitig kombinierbar
  • Fischfond – Fein und aromatisch, Grundlage für Fischsuppen

Hühnersuppe mit Gemüse

Arten von Cremesuppen

Cremesuppen sind gebundene Suppen mit sämiger, cremiger Konsistenz. Sie sind nicht durchsichtig, sondern fein püriert oder mit Milchprodukten, Mehl oder Stärke gebunden. Ihre Basis bilden meist Gemüse, Hülsenfrüchte oder Kartoffeln, ergänzt durch Schlagobers, Milch, Butter oder pflanzliche Alternativen. Cremesuppen sind sättigend, aromatisch und werden häufig als Vorspeise oder leichte Hauptspeise serviert.

Welche Arten von Cremesuppen gibt es:

  • Gemüse-Cremesuppen - Die häufigste Form der Cremesuppe, bei der gekochtes Gemüse fein püriert wird (z.B. Kürbiscremesuppen, Brokkolicremesuppe etc.)
  • Kartoffelcremesuppen - Kartoffeln sorgen von Natur aus für Bindung und weisen eine besonders samtige Textur auf.
  • Hülsenfrucht-Cremesuppen - Proteinreich und besonders nahrhaft.

Rezept für Schöberl

Zutaten:

  • 50 g zimmerwarme Butter
  • 3 Dotter (Größe M) und 3 Eiklar
  • 2 EL lauwarme Milch
  • 50 g glattes Mehl
  • 1 Prise Salz


  • Backrohr vorheizen

    Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache Auflaufform oder ein Backblech gut mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben.

  • Ei trennen

    Dotter und Eiklar trennen. Das Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen.

  • Dottermasse zubereiten

    Die weiche Butter schaumig Rühren. Den Eidotter hinzufügen und nach und nach einrühren. Mit Milch und Mehl glatt rühren. Anschließend noch den Schneeschaum vorsichtig unterheben damit die Schöberl fluffig werden.

  • Schöberl backen

    Die Masse 1 cm dick auf das vorbereitet Blech streichen und für 8 bis 10 Minuten im Ofen fertig backen. Anschließend die Schöberl etwas abkühlen lassen, stürzen und in Rauten schneiden.

    Wer es erfinderisch mag, kann die Schöberl mit einem Keksausstecher für bestimmte Anlässe (zum Beispiel Weihnachten) ausstechen.

  • Schöberl servieren

    Die Schöberl werden mit einer klaren heißen Suppe übergossen und anschließend genossen.

Varianten von Schöberl

Speckschöberl
Käseschöberl
Kräuterschöberl
Vollkornschöberl
Gemüseschöberl
Schinkenschöberl

Rezept für Fleischstrudel

Zutaten:

  • 1x Strudelteig
  • 100 g Butter
  • 2 Ei
  • 1/2 Zwiebel
  • 2 EL ÖL
  • Kräuter, Salz, Pfeffer
  • 200g faschiertes Rindfleisch bereits gekocht
  • 1 Knoblauchzehe

  • Zwiebel vorbereiten

    Zwiebel schälen und klein würfelig schneiden. Mit etwas Kräuter in der Pfanne anbraten und anschließend auskühlen lassen.

  • Fleischmasse zubereiten

    Der ausgekühlte Zwiebel mit der Fleischmasse und einem Ei vermengen. Mit Salz, Pfeffer und der zerdrückten Knoblauchzehe würzen.

  • Strudel füllen

    Das Backrohr auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Blätterteig mithilfe eines Tuches auf einem Backblech ausbreiten und die Fleischmasse gleichmäßig auf dem vorderen Drittel des Teiges verteilen. Anschließend den Teig von der belegten Seite aus vorsichtig einrollen, sodass die Schnittstelle auf der Unterseite des Strudels zu liegen kommt. Mit Ei den Strudel bestreichen und im vorgeheizten Rohr auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten goldbraun backen.

  • Fleischstrudel servieren

    Strudel aus dem Rohr nehmen und vor dem Anschneiden ca. 5 Minuten rasten lassen. Strudel in Stücke schneiden, in die Teller legen und erst unmittelbar vor dem Servieren mit Suppe übergießen.

Rezept für Eierstich

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 100 ml Milch
  • 1/2 TL Salz
  • eine Prise Muskatnuss

  • Masse anrühren

    Eier, Milch, Salz und Muskat in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen gut verquirlen.

  • Masse in Form füllen

    Feuerfeste Form ausfetten. Darin die Masse füllen, bis maximal 2/3 der Form ausgefüllt sind.

  • Eistich im Wasserbad

    Die gefüllten Formen mit Alufolie abdecken, in einen Topf mit Wasser stellen und diesen langsam aufkochen und 2 bis 3 Minuten leicht köcheln lassen. Anschließend die Herdplatte ausschalten. Die Eimasse bleibt noch 20 bis 30 Minuten im Wasser, damit der Eierstich langsam stocken kann.

  • Masse stürzen und servieren

    Anschließend die Form aus dem Topf nehmen, den Eierstich vorsichtig auf eine Arbeitsfläche stürzen und mit einem Messer in gewünschte Stücke schneiden oder Formen ausstechen. Anschließend den Eierstich mit heißer Suppe übergießen und servieren.

Tipps für Suppeneinlagen

Schöberl, Strudel und Pofesen extra zur Suppe servieren. Andernfalls würde der Teig in der Flüssigkeit schnell seine feste Form verlieren.


Gekochte Einlagen wie Nockerl und Knödel in einem eigenen Topf zubereiten, damit die Suppe nicht eintrübt.


Je nach Farbe der Suppe helle oder dunkle Einlagen verwenden. In eine helle klare Suppe kommen z.B. Leberknödel oder Lungenstrudel, während Kräuterschöberl, Grießnockerl und andere Teigwaren eher für dunkle Suppen geeignet sind.


Unabhängig von der Einlage die Suppe mit Schnittlauch oder Petersilie garnieren.


Herkunft der österreichischen Suppeneinlagen

Über viele Jahrzehnte hinweg wurde unsere Küche im 19. Jahrhundert von Böhmen, Mähren, Ungarn, Galizien, Dalmatien und Kroatien beeinflusst. Langsam erwuchs aus den Einflüssen eine neue Tradition des Kochens und Essens und die Suppeneinlagen sind nach wie vor ein Teil davon.

Die Rindsuppe hat in Österreich einen sehr hohen Stellenwert. Die Tradition der österreichischen Suppe reicht bis in die Barockzeit zurück, in der sich die Köche mit ihren Erfindungen gegenseitig zu übertrumpfen versuchten. Als Einlage dienten zunächst verschiedene Fleischsorten, die mit Brotschnitten, Innereien, Fischen und Gemüse kombiniert wurden.

Um 1800 beschrieben einzelne Kochbücher bereits die Zubereitung von Semmel-, Speck-, Reisknödeln, gezupften Knödeln, Frittaten, Knödeln mit Hühnerfleisch, Grießschöberl oder Schlickkrapfen. Das Suppeneinlagen-Register wurde von Jahr zu Jahr länger und die Kreationen immer ausgefallener.

Häufig gestellte Fragen zur Suppenküche

Kennen Sie schon amainfo.at?

AMAINFO.AT ist die Informationsseite der AMA-Marketing für Konsumentinnen und Konsumenten. Hier finden Sie alles zu AMA-Gütesiegeln und Tierhaltung. Alles zum Pflanzenbau und Nachhaltigkeit. Und alles zu Qualität sowie zum Wert von Lebensmitteln.

Zu amainfo.at